Rapagnano ist eine hügelige Gemeinde von sehr alter Herkunft, gelegen im apenninischen Teil der Marken, im unteren Tal des Flusses Tenna.
Der Ortsname soll vom Gott Janus stammen, dem ein Tempel auf dem Gipfel des Dorfhügels gewidmet gewesen sein soll, wo römische und vorrömische Funde entdeckt wurden. Im Mittelalter war es eine Burg, die von Fermo abhängig war.
Die elliptische Form des historischen Zentrums weist die Merkmale der mittelalterlichen Burg auf, von der noch Überreste der befestigten Mauern, drei Türme und das Tor Porta da Bora oder Porta Marina sichtbar sind, einst der einzige Zugang zur Burg, der aus dem 14. Jahrhundert stammt, aber im Jahr 1707 in seiner heutigen Form wieder aufgebaut wurde.
Die Türme und das Tor markieren die alten Grenzen des Ortes, während der Palast der Familie Sicconi die Erinnerung an das Geschlecht von Giovanni XVII bewahrt, der in Rapagnano geboren wurde und 1003 zum Papst gewählt wurde.
Ein Erdbeben zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert machte mehrere Wiederaufbaueingriffe erforderlich, die teilweise das Erscheinungsbild des Ortes veränderten; der Ausbau des zentralen Platzes wurde von der Erneuerung vieler ziviler und religiöser Gebäude begleitet, darunter das Rathaus und später die Pfarrkirche.
Der Piazza Sicconi ist "das Wohnzimmer von Rapagnano"; Hier stehen das Rathaus (1790), die Kirche von S.Antonio (1582), die einen schönen 70 m² großen Dauerkrippe beherbergt, die Kirche del Suffragio (1736) und einige prächtige Paläste, die einst lokalen alten Familien gehörten. Am Ende des Piazza Cesare Tarrini schuf ein Künstler aus Livorno, der in seinem reifen Alter berühmt wurde, ein frühes Werk, das Denkmal für die Gefallenen.
Das Haupttor des Dorfes, Porta da Sole, wurde um 1790 wieder aufgebaut. Es teilt die imposanten Paläste Passamonti und Comunale. In der Nähe befinden sich ein Abschnitt der alten ovalen Mauern, der öffentliche Park und das neue Theater.
Die Pfarrkirche, im Jahr 1812 von Tentoni di Monte Giorgio dekoriert, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Über der Sakristei wurde im Jahr 1999 das Pfarrmuseum eingerichtet. Es beherbergt Werke von Künstlern von großem Kaliber wie Claudio Ridolfi, Carlo Manara und Filippo Ricci. Besonders erwähnenswert ist ein kostbares Reliquiar, das angeblich die rechte Hand des Heiligen Johannes des Täufers enthält, das von einem Mönch mit den Kreuzfahrern hierher gebracht wurde, sowie drei Gemälde von Claudio Ridolfi.
Unter den regelmäßigen Veranstaltungen ist im Juli das Weizenfest zu erwähnen. In Respekt vor der ländlichen Kultur vergangener Zeiten kleidet sich die lokale Bevölkerung, tanzt und isst wie früher traditionell. Festlich geschmückte Weizenwagen und Mähdrescher ziehen durch die Straßen des Dorfes.